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Mobile Payment: Eine Zeitreise

Vom Bezahlen per Anruf bis Apple Pay


Mobile Payment ist heute keine Seltenheit mehr. Immer öfter wird das Smartphone an der Kasse gezückt. Wann und vor allem wie es angefangen hat, zeigt unsere kleine Reise durch die Geschichte des Mobile Payments.

Der Startschuss fiel 1990 mit der Entwicklung des ersten digitalen Mobilfunkstandards GSM in Europa und der Einführung des Subscriber Identification Modules, auch SIM-Karte genannt. Die große Revolution dabei: Telefonieren wurde zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich. Und mit dem Short Message Service – der SMS – kam im selben Jahr eine weitere praktische Funktion hinzu: kurze Textnachrichten schnell und kostengünstig auszutauschen. Das Handy wurde damit zu einer echten Erleichterung im Alltag. Zwei Jahre nach Einführung des GSM-Netztes besaßen bereits über eine Millionen Deutsche ein eigenes Handy.

Schon bald wurde das Mobiltelefon zum Bestellen und Bezahlen genutzt: 2003 führten die Städte Dortmund, Osnabrück und Bonn Teltix ein – das erste Mobile-Ticketing-System für den deutschen ÖPNV. Um ein Einzelticket für das Stadtgebiet zu kaufen, mussten Nutzer lediglich die stadtspezifische Telefonnummer anrufen. Der Kauf wurde per automatischer Ansage bestätigt und ein paar Sekunden später kam das Ticket per SMS. Enthalten war ein Referenzcode, mit dem Kontrolleure das Datum und die Echtheit des Tickets überprüfen konnten. Bezahlt wurde über das Teltix-Guthabenkonto, das entweder über ein Lastschriftverfahren oder per Bareinzahlung aufgeladen werden konnte.

Die technische Weiterentwicklung gewann rasant an Fahrt, sodass das Handy bald zu einem kleinen Computer für die Hosentasche wurde – dem Smartphone. Das eröffnete neue Chancen für das mobile Bezahlen: Übertragungsstandards wie Near Field Communication (NFC), QR-Code oder Bluetooth ermöglichten schon bald den kontaktlosen Datenaustausch. Bereits 2006 brachte Nokia das erste NFC-fähige Mobiltelefon auf den Markt. Auch wenn es noch ein paar Jahre dauerte, bis diese Technologie den Bezahlvorgang per Anruf oder SMS ablösen konnte – der Grundstein für modernes Mobile Payment war damit gelegt.

2011 startete Google seine Google Wallet in den USA und damit die erste Mobile-Payment-Anwendung, wie wir sie heute kennen. Ab diesem Zeitpunkt konnten Nutzer per NFC und PIN-Eingabe an Terminals im stationären Handel bezahlen. Dafür mussten sie einfach ihre Mastercard oder eine Google Prepaid Karte in der App hinterlegen. Drei Jahre später gingen mit Apple Pay und Android Pay, das später zu Google Pay wurde, weitere Mobile-Payment-Anbieter an den Start. Dadurch wurde das Smartphone immer öfter zum Bezahlen an der Kasse genutzt.

Seit 2018 sind Apple Pay und Google Pay auch in Deutschland verfügbar. Noch im selben Jahr führten die Volksbanken Raiffeisenbanken Mobile Payment in ihrer Banking App ein. Neben Kreditkarten kann dort auch die weit verbreitete girocard hinterlegt werden.

In Deutschland ist seitdem die Zahl der Mobile-Payment-Nutzer stark gestiegen: Haben 2019 erst sechs Prozent der Deutschen per Smartphone gezahlt, waren es 2020 bereits doppelt so viele (Mobile Payment Monitor 2020). Wie es wohl in fünf Jahren aussieht? 70 Prozent der Verbraucher sind sich sicher: Mobile Payment wird zum Alltag gehören.

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