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Die Evolution der Kasse

Von den Anfängen bis heute – und darüber hinaus

 

Eine Kasse gehört zur Grundausstattung eines jeden Geschäfts. Aber wann wurde sie eigentlich erfunden? Und warum klingeln einige Kassen, wenn die Bargeldschublade geöffnet wird? Unsere kleine Zeitreise zeigt, wo die Anfänge liegen und welche Weiterentwicklungen noch möglich sind.

Geburtsstunde der Registrierkasse

1879 entwickelte der amerikanische Saloon-Besitzer James Ritty einen „Geldregistrierer und -anzeiger“. Der Hintergrund: Ritty‘s Saloon machte Verluste. Sein Personal behielt heimlich einen Teil der Einnahmen für sich. Das sollte sich ändern: Mit „Ritty‘s unbestechlicher Kasse“ wurden die Einnahmen automatisch addiert und in einem Summierwerk gespeichert. Das ermöglichte den exakten Abgleich mit dem Warenbestand am Tagesende. Eine geniale Erfindung, die Ritty zum Patent in den Vereinigten Staaten anmeldete.

Im Anschluss entstand in Dayton, Ohio das erste Unternehmen der Welt, das mechanische Registrierkassen herstellte. Dabei wurde das System stetig verbessert: Bald wurde es möglich, Bezahlvorgänge zu drucken. Es wurde eine Kassenlade für das Bargeld eingeführt und eine Klingel verbaut, die den Händler auf die Öffnung der Kassenlade aufmerksam machen sollte – eine weitere Sicherheitsmaßnahme gegen unbefugte Entnahmen. 1906 erhielt die Kasse schließlich einen Elektromotor, was Händlern eine schnellere Erfassung der Verkäufe ermöglichte. Damit war die moderne Registrierkasse geboren.

Von der Kasse zum Self-Check-out

Im Laufe der Zeit wurden kleine Weiterentwicklungen vorgenommen, aber eine echte Revolution im Kassenbereich gelang erst wieder mit der Nutzung der Informationstechnologie im Handel ab den 1970er Jahren. Mit computergestützten Kassen konnten Produkt- und Preiskataloge im Voraus angelegt werden, um den Kassiervorgang zu beschleunigen. Zudem konnten mehrere Kassengeräte an einen Zentralrechner angeschlossen werden. Auch der Ausdruck der Belege änderte sich – zunächst wurde Thermo-, dann Inkjetdruck entwickelt.

1986 erschien die erste Kasse mit berührungsempfindlichem Bildschirm, inzwischen allgemein bekannt als Touchscreen. Ab dann gewann die Entwicklung rasant an Fahrt. In den 1990er Jahren begannen die Registrierkassen zunehmend die Eigenschaften und Funktionen von PCs zu übernehmen. Die flächendeckende Verbreitung von ADSL- und Glasfaser-Leitungen ermöglichte schließlich Cloud-basierte Kassensysteme. Dabei werden physische Geräte wie Kartenleser, Smartphone oder Tablet und Software-Apps mit externen Datenbanken verbunden. So kann Kartenzahlung heute jederzeit und überall akzeptiert werden.

Moderne Kassensysteme sind in der Regel modular aufgebaut und können den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden: Neben einem Kartenleser können kompatible Kassenladen, Beleg-Drucker oder Barcode-Scanner angeschlossen werden. Auch Self-Service-Terminals, an denen Kunden ihre Ware selbst einscannen und direkt bezahlen, haben sich in vielen Geschäften etabliert.

Kassenlose Zukunft?

Ein Geschäft ohne herkömmliche Kasse ist heute kaum vorstellbar. Und das obwohl sie hauptsächlich mit langen Schlangen und Wartezeiten in Verbindung gebracht wird. Einem komfortablen Einkaufserlebnis steht sie eher im Wege. So überrascht es nicht, dass der Kassenbereich weiterhin konzeptionellen und technologischen Weiterentwicklungen unterliegt und der Check-out-Vorgang komplett neu gedacht wird.

Wie Händler und Konsumenten dazu stehen und wie eine Kassenalternative aussehen kann, zeigt unsere neue Studie „Zukunft des Check-out: Mehr Freiheit am stationären Point of Sale“.

 

Bildquelle: © Dan Meyers / Unsplash.com

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