5 Bezahltrends
Das erwartet Händler:innen bis 2030
Wenn in jedem deutschen Geschäft ein Kartenlesegerät steht, ist die Digitalisierung des Bezahlens dann abgeschlossen? Sicher nicht. Schließlich entwickeln sich auch Shopping-Technologien im E-Commerce und im stationären Handel ständig weiter, genauso wie die Bezahlgewohnheiten der Konsument:innen. Wo die Reise für Händler:innen bis 2030 hingehen könnte, zeichnet sich in den folgenden fünf Trends ab.
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1. Digitale Wallets werden smarter Aktuell ähneln digitale Gelbeutel physischen Portemonnaies: Kund:innen legen ihre Karte in eine digitale Wallet auf ihrem Smartphone; gelegentlich gesellt sich ein Konzertticket oder eine Bordkarte fürs Flugzeug dazu. Das kann sich innerhalb der nächsten fünf Jahre erheblich ändern: Wallets haben das Zeug, sich zu multifunktionalen Assistenten im Alltag zu entwickeln. An Ladenkassen und in Onlineshops gewinnen sie aktuell stark an Beliebtheit, denn Zahlungen lassen sich damit einfach auslösen und authentifizieren. Über das Bezahlen hinaus können bald weitere Funktionalitäten folgen: Konsument:innen verwalten in ihren Wallets vielleicht bald ihre gesamten Finanzen, vom Ratenkauf über Aktien bis zu Versicherungen. Oder die Entwicklung geht einen Schritt weiter und Dienstleistungen jenseits des Bezahlens siedeln sich in Wallets an. Wenn eine Wallet schon die Flugdaten ihres Besitzers kennt, warum nicht direkt eigenständig das passende Taxi zum Flughafen ordern? |
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2. Payment vernetzt sich Die globale Bezahllandschaft ist momentan eher unübersichtlich. Grundlegende Unterschiede beginnen schon bei der technologischen Basis: Während sich im asiatischen Raum optische Bezahlverfahren mit QR-Codes etabliert haben, setzen die Europäer:innen auf kontaktloses Payment per NFC (Near-Field-Communication). Jenseits der technologischen Basis haben sich in einigen Ländern Insellösungen durchgesetzt. So zum Beispiel das Zahlungssystem Pix, das in Brasilien verpflichtend eingeführt wurde und bereits Debit- und Kreditkarten abgehängt hat. Für Händler:innen und Konsument:innen ist diese Zerfaserung der Bezahlmethoden vor allem im grenzüberschreitenden Handel und im Tourismus eine Herausforderung. Meist sind die verschiedenen Systeme nicht miteinander kompatibel. Abhilfe schaffen Lösungen wie die China Solution von VR Payment, die das Bezahlen mit chinesischen Zahlungsapps an deutschen Ladenkassen ermöglicht. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend fortsetzt und mehr Kooperationen zwischen Zahlungsanbietern entstehen. Zusätzlich hat Wero das Potenzial, als einheitliches europäisches Bezahlsystem für mehr Sicherheit und Effizienz im Handel zu sorgen. |
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3. Aktive Betrugsabwehr Die schlechte Nachricht zuerst: Betrüger haben durch Künstliche Intelligenz eine komplett neue Trickkiste zur Verfügung. Deepfakes, also täuschend echt wirkende Briefe und Anrufe, können Verbraucher:innen effektiver hinters Licht führen und die Frequenz dieser Angriffe in die Höhe treiben. Die gute Nachricht: Die Betrugsprävention profitiert ebenso von KI. Kriminelle Machenschaften fliegen schneller auf, was Abwehr und Nachverfolgung vereinfacht. VR Payment bekämpft Geldwäsche und Betrugsversuche bereits mit KI-basierter Software. |
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4. Hyper-Personalisierung Kund:innen hinterlegen im Onlineshop ihre präferierte Bezahlmethode, damit der nächste Einkauf schneller erledigt ist – das ist längst Standard. Künstliche Intelligenz ermöglicht es nun, das gesamte Einkaufserlebnis stärker an individuellen Bedürfnissen auszurichten. Neben einer personalisierten Nutzeroberfläche sind zum Beispiel gerade virtuelle Umkleidekabinen im Kommen, in denen körpergetreue Avatare in Jeans, Shirts & Co. schlüpfen können. Während der E-Commerce also das Anprobieren digitalisiert, könnte sich der stationäre Handel bis 2030 umgekehrt typische Vorteile der Onlineshops zu eigen machen: personalisierte Angebote auf der Ladenfläche. Innerhalb eines Geschäfts können Kund:innen dann vielleicht per App zu einem bestimmten Regal navigiert werden, wo ein gesuchtes Produkt mit persönlichem Rabatt auf sie wartet. |
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5. Das Ende der Schlange Alle Veränderungen, die sich aktuell abzeichnen, zahlen auf eine individuellere, sichere und effiziente Kundenreise ein. Was in dieses Konzept nicht passt: lange Wartezeiten an der Kasse. So weit, so bekannt. In den vergangenen Jahren hat der Handel Konsument:innen unterschiedliche Alternativen zur klassischen Kasse angeboten. Ein Zwischenfazit: Kund:innen lehnen Konzepte eher ab, bei denen sie separate Apps herunterladen müssen und keine andere Option haben, als in diesen zu bezahlen. Auf Basis der Kundenpräferenzen und der technologischen Weiterentwicklung wird der Handel in den kommenden Jahren nun konsolidiert in eine Richtung marschieren – weg von Warteschlangen. |